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Erschütternder Zeitzeugenbericht aus dem 2. Weltkrieg


Larisa Gurshpun sprach im Kölner Erzählcafé für NS-Verfolgte zu Schülerinnen und Schülern des Grundkurses Religion der Europaschule Köln. Die Oberstufenschüler hörten der 1935 geborenen Zeitzeugin mit Aufmerksamkeit zu, als diese vor allem aus ihrem Leben und Leiden während der 871-tägigen Leningrader Blockade berichtete.

Das Publikum war gefesselt von den eindrucksvollen Schilderungen. Larisa Gurshpun zeichnete mit klarer Stimme und immer deutlicher werdender Diktion ein schockierendes Bild der wohl mit Abstand schrecklichsten Blockade einer Stadt, die vom September 1941 bis zum Januar 1944 andauerte. Die Belagerung durch deutsche und finnische Truppen kostete damals über eine Millionen Menschen das Leben, die allermeisten verhungerten.

 „Man kann sich diese Zustände kaum vorstellen“, so die Zeitzeugin. Das Publikum war berührt und betroffen von Larisa Gurshpuns Schilderungen, die die schlimmen Ereignisse klar und unverblümt zu schildern wusste. Viele der vor allem jungen Zuhörer haben ja glücklicherweise Hungersnot und schreckliche Entbehrung nicht erlebt. Plünderung, Verbrennung von Möbeln, Haarausfall aufgrund von Unterernährung, Verzehr jedweden Lebewesens bis hin zu Kannibalismus waren in der Zeit der Blockade an der Tagesordnung. Da saß Frau Grushpun und berichtete auch von ihrer im Alter von nur 34 Jahren verstorbenen Mutter, die zwei Mädchen als Halbwaisen zurückließ.

Die sichtlich betroffenen Schüler stellten unmittelbar nach dem Vortrag zunächst zögerlich, später mutig Fragen, als sie bemerkten, wie zugänglich und aufmerksam die Zeitzeugin war. Geduldig stand Larisa Gurshpun Rede und Antwort, eine der letzten Überlebenden der Leningrader Blockade.

U. Gausling